Von Künzelsau nach Tatarstan

Von Künzelsau nach Tatarstan

Düngemittelfabrik

Hebezeuge von STAHL CraneSystems in der dritt­größten Dünge­mittel­fabrik der Welt

20.10.2017 Presse

Bei Mendeleevsk in der russischen Republik Tatarstan, 1.000 km östlich von Moskau, wurde Anfang 2016 der neue Industrie­komplex OAO „Ammonium“ eingeweiht. Die Chemie­anlage produziert Harn­stoff, Ammonium­nitrat und Stickstoff­dünger für die industrielle Land­wirtschaft sowie Methanol als Rohstoff für die petro­chemische Industrie. An der Konstruktion und dem Bau der Fabrik waren Konzerne aus Russland, Japan und China beteiligt. Die Kran­technik für die Wartung der chemischen Anlage stammt von STAHL CraneSystems aus Künzelsau.

Im Zusammenhang mit Energie aus Erdgas denkt nicht jeder sofort an Nahrungs­mittel. Methan allerdings wird nicht nur als Heizgas verwendet, sondern ist auch ein wichtiger Rohstoff für die synthetische Her­stellung von Ammoniak – aus dem wiederum die meisten Dünge­mittel hergestellt werden. Ohne diese könnte ein Großteil der heutigen Welt­bevölkerung nicht ernährt werden. Russland verfügt, neben den USA, über die größten Erdgas­vorkommen weltweit und hat ein wachsendes Interesse daran, seine natürlichen Ressourcen vielfältig zu nutzen. 2010 wurde daher beschlossen, die dritt­größte Düngemittel­anlage der Welt zu errichten – das größte Bau­vorhaben dieser Art in Russland seit 20 Jahren. Im Jahr können in der Anlage 717.000 t Ammoniak, 717.000 t Harnstoff, 238.000 t Methanol und 300.000 t Ammonium­nitrat hergestellt werden, was etwa 5 % des russischen Dünge­mittel­marktes ausmacht.

Um den reibungs­losen Betrieb der Anlage zu gewähr­leisten, sind insgesamt 11 Krane, 6 Elektro­seilzüge und 30 Hand-Kettenzüge von STAHL CraneSystems im Einsatz. Zusammen mit den erfahrenen Ingenieuren und Spezialisten der Abteilung International Projects (IP) bei STAHL CraneSystems hat der zertifizierte Partner von STAHL CraneSystems – Elektro­tjazhkran mit Sitz in Sankt Petersburg – eine technisch und wirtschaftlich ausgereifte Lösung gefunden. Damit konnte er sich gegen russische, bulgarische und deutsche Mit­bewerber durchsetzen. Der Auftrag an Elektro­tjazhkran umfasste das Engineering, die Beschaffung und die Fertigung (EPC). Der Vertrag wurde Anfang 2013 unter­zeichnet, die Aus­lieferung der Krane und Hebe­zeuge erfolgte Ende 2013.

„Durch die Installation der Anlage in Russland waren die Anforderungen an die technische Dokumentation sehr hoch. Wir haben schon kurz nach der Vertrags­unterzeichnung begonnen Zeichnungen, Montage­pläne und viele weitere Informationen und Zertifikate zur Genehmigung an die zuständige Engineering Company zu senden. Insbesondere bei der erforderlichen Zertifizierung für Russland standen wir in engem Kontakt zu den Kollegen in Russland“, berichtet Thomas Wöhrle, Projekt­leiter in der IP-Abteilung bei STAHL CraneSystems. „Wir haben als EPC Contractor Erfahrung mit der Abwicklung inter­nationaler Projekte und den dabei geforderten inter­nationalen und länder­spezifischen Vorgaben. Unser Know-how konnten wir bei diesem Projekt voll einsetzen und unseren Partner tat­kräftig unterstützen.“ Die Lieferung der Kran­technik konnte so termin­gerecht und zur vollen Zufrieden­heit des End­kunden erfolgen.

Neben den Anforderungen des internationalen Projekt­geschäfts waren auch die Ansprüche an die eingesetzte Technik besonders hoch: Bei der Auslegung der Hebe­zeuge und Kran­komponenten waren die aggressive Ammoniak-Atmosphäre sowie die Explosions­gefahr in einigen Bereichen der Fabrik (Ex Zone II C T4) maß­gebliche Faktoren. Die Lackierung erfolgte daher mit spezieller, zinkhaltiger Farbe – der 3-schichtige Farb­auftrag beträgt insgesamt 240 µm. Die Krane und Hebe­zeuge sind teilweise explosions­geschützt für Zone 1 ausgeführt. Zusätzlich mussten die Anforderungen der russischen Normen erfüllt werden, die im Rahmen eines zwei­tägigen „Clarification Meetings“ in Moskau mit den beteiligten Firmen diskutiert wurden. Die Montage vor Ort wurde durch die am Konsortium beteiligten Firmen durch­geführt, welche von Elektro­tjazhkran als Supervisor unterstützt wurden.

Nach 5 Jahren Bau­zeit verkündete OAO „Ammonium“ im Februar 2016 die Inbetrieb­nahme der Anlage, eine zweite Ausbau­stufe soll bereits in Planung sein.

Bilder

Fertigung der Kran­brücken bei unserem zertifizierten Kran­bau­partner in Süd-Deutschland.
Bei Mendeleevsk in der russischen Republik Tatarstan, 1.000 km östlich von Moskau, wurde Anfang 2016 der neue Industrie­komplex OAO „Ammonium“ eingeweiht und die Brücken­krane in Betrieb genommen.
Um den reibungs­losen Betrieb der Anlage zu gewähr­leisten, sind insgesamt 11 Krane, 6 Elektro­seilzüge und 30 Hand-Kettenzüge von STAHL CraneSystems im Einsatz.
Einträger­brücken­kran in der dritt­größten Dünge­mittel­fabrik der Welt.
Die Montage der Krane und Hebe­zeuge erfolgte vor Fertig­stellung der Hallen­dächer um die Montage zu erleichtern.